Weiterhin stabile Restwerte für Diesel Fahrzeuge

Eurotax

29 Okt 2015, News

Eurotax beobachtet weiterhin keine Veränderung der PW-Occasionspreise 
Stabile Restwerte für Dieselfahrzeuge des Volkswagen-Konzerns

Der Markt für die von der VW-Diesel-Affäre betroffenen Fahrzeuge bleibt unverändert stabil, was Angebotspreise, gehandelte Mengen und Angebotsdauer betrifft. Dies ist das zentrale Ergebnis einer fortlaufenden Analyse der Marktverhältnisse, die Eurotax seit Bekanntwerden der Abgasmanipulationen durchführt. Bisher sind ebenfalls keine Auswirkungen auf Dieselfahrzeuge anderer Marken feststellbar. Für die zukünftige Entwicklung hat Eurotax zwei mögliche Szenarien entworfen.

Als die durch VW vorgenommenen Abgasmanipulationen am 17. September 2015 publik wurden, ging ein Ruck durch die Automobilbranche. Eurotax nimmt dies seither zum Anlass, die Folgen für die betroffenen Dieselfahrzeuge fortlaufend zu beobachten. Da manipulierte Neuwagen in der Schweiz nicht mehr zugelassen werden können, konzentriert sich die Marktbeobachtung auf betroffene Gebrauchtwagen, die nach wie vor gehandelt werden dürfen.

„Bis zum heutigen Zeitpunkt lassen sich keine Veränderungen der inserierten Occasions­preise feststellen. Die von uns beobachteten Angebote weisen keinerlei Auffälligkeiten auf,“ fasst Heiko Haasler, Managing Director von Eurotax Schweiz, die wöchentlich ausgewerteten Analyseergebnisse zusammen. „Nebst Preiskorrekturen ist die Menge der gehandelten Fahrzeuge ein Indikator für einen sich verändernden Markt. Die Verkaufszahlen sind allerdings ebenso stabil, wie die durchschnittliche Angebotsdauer in den Internetbörsen. Es werden somit weder weniger Fahrzeuge gehandelt, noch stehen die aktuellen Angebote länger beim Händler,“ ergänzt Roland Strilka, Director Insight & Market Analysis bei Eurotax.



Veränderung Angebotspreise

 

Die Analyse von Eurotax zeigt, dass die Marktteilnehmer bis dato Ruhe bewahren. Alles andere wäre aus heutiger Sicht auch unvernünftig. Zu dürftig ist derzeit die Informationslage zu der für 2016 geplanten Rückrufaktion wie auch zu möglichen Eintauschangeboten. Ob es in naher Zukunft zu Veränderungen der Restwerte kommen wird, bleibt deshalb abzuwarten. Dies hängt unter anderem davon ab, wie sich die Diesel-Affäre weiterentwickelt. Die Marktexperten von Eurotax haben hierzu zwei mögliche Szenarien entworfen.

Szenario „Strohfeuer“
Annahme: Das Ausmass des Skandals ist zum heutigen Zeitpunkt bereits in vollem Umfang bekannt und es gibt keine weiteren Enthüllungen sowie keine zusätzlichen Fahrzeug­modelle, die von der Affäre betroffen sind. In sechs Monaten ist die mediale Bericht­erstattung abgeflaut und der Volkswagen-Konzern aus den negativen Schlagzeilen raus. Gleichzeitig begrüssen Hersteller die Einführung von Abgastests unter realen Bedingungen („Real Driving Emission“ Tests, RDE). Negative Auswirkungen auf die Meinung der Käufer von Dieselfahrzeugen halten sich in engen Grenzen, weshalb die Nachfrage nahezu unverändert bleibt. Bestehende steuerliche Begünstigungen von Diesel werden (in einzelnen Ländern Europas) zudem unverändert weitergeführt und keine zusätzlichen Regulierungen eingeführt.

Konsequenz: Längerfristig sind hierzulande keine spürbaren Auswirkungen auf die Verkaufszahlen und Restwerte von Dieselfahrzeugen zu erwarten.

Szenario „Diesel-Ausverkauf“
Annahme: Es gelangen immer wieder neue Details zur Diesel-Affäre ans Tageslicht, was das Thema während der kommenden sechs Monate in den Schlagzeilen hält und den gesamten Dieselfahrzeugmarkt in Mitleidenschaft zieht. Regierungen verspüren dadurch erhöhten Druck, die bestehende Gesetzgebung zu verschärfen. Die Verbannung von Dieselfahrzeugen aus Städten wird vermehrt zum Thema – es kommt zu Fahrverboten oder zusätzlichen Gebühren für die Fahrerlaubnis. Dies beeinflusst die Einstellung potenzieller Käufer, was eine Verlagerung zu benzinbetriebenen oder zu alternativ angetriebenen Fahr­zeugen mit sich bringt. In der Folge wenden sich die Hersteller langsam vom Dieselantrieb ab und verstärken ihr Engagement in Richtung alternativer Antriebstechnologien.

Konsequenz: In Europa sinken die Verkäufe von Dieselfahrzeugen, dies verbunden mit erhöhten Rabatten und fallenden Restwerten. Die Erreichung der von der EU angepeilten CO2-Ziele (95g pro 100 Kilometer ab 2020) stehen deshalb auf dem Spiel, denn Dieselfahrzeuge emittieren weniger CO2 als Benziner. In der Folge könnten die im Durchschnitt höher ausfallenden CO2-Strafsteuern zu einem Anstieg der PW-Listenpreise in der Schweiz führen.

Fazit
Derzeit scheint das „Strohfeuer“-Szenario wahrscheinlicher, obschon aus heutiger Sicht vieles reine Spekulation ist. Klar ist freilich, dass die weitere Entwicklung im europäischen Umfeld massgeblich dazu beiträgt, wie es hierzulande weitergeht.

Weitere Informationen zur „Dieselgate“-Affäre hat Eurotax in einem aktuellen „White Paper“ (in englischer Sprache) zusammengefasst. Dieses steht auf www.eurotaxpro.ch/aktuell kostenlos zur Verfügung, wie auch eine Auswertung der Entwicklung der Angebotspreise seit dem 17.9.2015.

 

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